Implosionsgefahr
Nichts versetzt die Kleinstadt so sehr in Vibration wie der Einzug eines neuen Fress- oder Konsumtempels aus USA (USA, USA, USA…). Und wie haben die mich geködert? Natürlich mit Drogen! 0,3 Liter Kaffee für einsdreißig, fast hätt´ich meinem schwäbischen Kumpel Olli gesimmst, welcher zur Zeit auf dem Kontinent des anderen Extrems weilt. Während ich da also so (so) stand und auf die Zapfung meiner täglichen Dehydration in braun wartete, konnte ich nicht umhin, den minutiösen / appetitisierenden Baguette-Belegungsvorgang zu observieren. Obendrein gibt es die besagten in zwei unterschiedlichen Größen (15 cm und 30 cm), von denen mir die eine sehr bekannt vorkam, naja und da war er gefasst, der Entschluss. Heute jedenfalls war die Langeweile groß und die Sucht sowieso. Nachdem ich mich durch das Mehr-Komponenten-Kombinations-System navigiert hatte (unter stetiger Beratung des service-orientierten Sandwich-Artists), lag es vor mir, mein Baguette (Größe geheim, …lässt sich so etwas überhaupt geheimhalten?). Optisch machte es quite was her, als ich es jedoch anhob, roch ich den Braten bereits. Beim ersten Zubeissen war dann alles klar, das Ding bestand aus Luft-Brot. Von aussen den Anschein von Körnigkeit und Struktur machend, fiel es unter dem Einfluss meines Speichels in sich zusammen, wie etwas, das es bis jetzt nicht gab (ausser vielleicht Zuckerwatte). Die Zentimeter waren in Rekordgeschwindigkeit aufgelutscht und aus meinem Appetit war Hunger geworden. Quintessenz: Das fast alles hohl ist, war mir bekannt. Dass die Oberfläche so dünn ist, nicht. Bald nix mehr da - Implosionsgefahr.