Der aktive Beifahrer
Die Idee, man würde sein Leben steuern, hat weitreichende Konsequenzen und weitverbreitet ist sie dazu. Jedoch besteht die Möglichkeit, dass sie nicht ganz mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Die Wirklichkeit richtig zu erkennen, hat nur eine nicht zu leugnende Relevanz, denn letztlich ist sie der Dschungel, in dem wir manövrieren (oder manövriert werden?). Das potenzielle Missverständnis mit dem Gefühl, man sei der Mittelpunkt der Welt, kann also zu so mancher Verhedderung führen und dafür sorgen, dass man sich nicht mehr vom Fleck rühren kann, um sich dann zu allem Überfluss einzureden, man habe es selbst so gewollt, und schon ist der Schlamassel da. Die Freunde sind getäuscht, und im Inneren rumort die Schuld, und alles weil man, trotz aller Aufklärung, nicht anders kann, als sich selbst als Urheber aller Verstrickungen zu empfinden. Warum also nicht die aktive Steuerung mal geringschätzen (und zwar kräftig, ohne sie jedoch zu negieren) plus den passiven Anteil hoch dosieren, und wenn es auch nur in erleichternder Weise der Pragmatik dient.