Ver-arbeit-ung
Durch die Jahrzente habe ich mich stets an eine, mir bis vor kurzem unbekannte, Grundregel gehalten. Wenn einer meiner Nächsten etwas /unbedingt braucht/, überlasse ich es ihm. In vielen Fällen wurde mir zwar erklärt, es verhielte sich gegenteilig, jedoch habe ich wohl schon immer überwiegend auf das reagiert, was unter den Worten lag. Mittlerweile wird mir deutlich, dass, was ich da mache, nicht nur Verzicht ist, wenn es sich um einen Sieg oder Geld handelt, sondern eben auch dann, wenn es um Arbeit oder gar /niedere Arbeit/ geht; mit dem Ergebnis, dass es für den Nehmer ein Instrument bleibt, und es mir fehlt. Neulich habe ich jemanden getroffen, der mir gerade regelmässig zeigt, dass in /niederer/ Arbeit ebensoviel Befriedigung liegt, wie in jeder anderen; und dass es diejenige Befriedigung sein kann, welche das Gleichgewicht formt, und nicht die sein muss, welche nur den kurzen Rausch bringt, dem immer wieder das große Zittern folgt. Ich werd´ also mal anfangen, meinen Teil zu bearbeiten, obwohl die Versuchung, Missbrauch zu betreiben, natürlich groß ist.