Gefühlssache
Also, dieses schreibe ich in der Hoffnung, dass es mir möglichst häufig wiederbegegnet, um mich zu erinnern.
Ich habe Ende des Monats einen Termin in der Ferne, und da ich gerne günstig (kohlemäßig) Zug fahre, habe ich mich, entgegen meiner üblichen Last-Minute-Buchungs-Tendenz, schon gestern nach Fahrplänen und Preisen erkundigt. Und da passiert doch das Folgende.
Die freundliche Fahrplan-Ermittlerin im Reisebüro meines Vertrauens bietet mir drei Fahrtmöglichkeiten, von denen mir eine spontan zusagt, obwohl sie 10 Euronen (ca. 25%) teurer ist als die anderen beiden, und das ohne einen verstandesmäßig erkennbaren Vorteil. Fahrtzeiten, Abfahrtszeit und Zahl der Umstiege sind fast identisch. Die beiden /weniger attraktiven/ Reisemöglichkeiten starten lediglich nicht von meinem Lieblingsbahnhof, sind jedoch /objektiv/ betrachtet genauso easy zu erreichen. Trotzdem habe ich dieses bestimmte Gefühl, und weil ich grad nicht genügend Bares dabei habe, warte ich einen Tag mit der Buchung.
Da mir das mit dem bestimmten Gefühl regelmässig widerfährt, es jedoch so selten nachprüfbar ist, ob man damit denn nun richtig liegt, habe ich mich dann /der Forschung wegen/ entschieden, meinem Gefühl zu folgen, um dann auf einen Hinweis für Richtig-Gefühlt-Haben zu warten.
Am folgenden Tag fahre ich also zurück zur Ticket-Buchungs-Stelle, um mir das Ticket für meine Lieblings-Reise-Möglichkeit zu kaufen - und was sagt die nette Reise-Verkehrs-Fachfrau doch glatt zu mir: Der Preis hier stimmt nicht, das Ticket ist 10 Mäuse günstiger.
Experiment erfolgreich abgeschlossen.
Vielleicht liegt das alles einfach daran, dass ich von einer Frau erzogen wurde.