Die Absturz-Kaskade
Oft liege ich im Bett und lasse den Tag /an paroli laufen/ (Horst H. ole ole), dann sehe ich die entscheideneden Szenen klar vor meinem inneren Auge und freue mich oder auch nicht. In speziellen Fällen kommt es jedoch vor, dass ich irgendwie diffus schlecht gelaunt bin, und der Grund dafür mir nicht ersichtlich ist, und weil ich ja Analysierer bin, kann ich das natürlich nicht auf mir sitzen lassen. Mein probates Rausfindungs-Mittel besteht dann darin, die Ereigniskette rückwärts und lückenlos ablaufen zu lassen. Erstaunlich häufig komme ich dabei zu dem Ergebnis, dass kein einzelnes Ereignis Grund genug geliefert hätte, die gute Stimmung zu trüben, dass jedoch immer ein Startpunkt existiert, welcher die Sache in Gang setzt. An diesem Punkt mangelt es entweder an Bewusstsein oder Zeit oder Ruhe, für die abschließende Bearbeitung, was die Stimmung schon mal initial um einige Prozentpunkte herabsetzt. In der Folge werden die Ereignisse weniger positiv betrachtet und entsprechend mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ebenfalls ungelöst bleiben, um so die Schlechte-Stimmung-Kaskade in Schwung zu bringen. Nicht selten kommt es auf diese Weise zu einer Aufschaukelei über zehn Ereignis-Punkte.
In den letzten vier Tagen hatte ich die interessante Gelegenheit, mich bei einer Schlechte-Stimmung-Aufschaukelung in Echtzeit zu beobachten. Wieder gab es diesen Auslöser, welcher jedoch so gut getarnt daherkam, dass ich ihn nicht gleich ausmachen konnte – und so rumorte es was das Zeuch hält, was beinahe dazu geführt hätte, dass ich mein Haus, meinen Job und mein Land verlassen hätte – dann bin ich aber zum Glück doch drauf gekommen und habe gepeilt, dass sich hinter Kleinigkeiten auch mal sehr Grundsätzliches verbirgt und dass dann eben tagelanges Grübeln plus Lösen angesagt ist : - )