Welten verschmelzen
Vor wenigen Jahrzenten, als Fernsehbilder noch in schwarz weiss zu uns drangen, war sie immer deutlich zu erkennen, die Grenze zwischen TV Welt und realer Welt. Doch dann kam das Farbfernsehen, und mit ihm wurde einfach alles deutlich schwieriger. Ohne an dieser Stelle die zahlreichen Zwischenschritte in die Misere aufzählen zu wollen, stelle ich doch fest, dass es heute zum Teil den Anschein hat, als wäre diese Grenze komplett verschwunden. Die Lindenstrasse hat wohl initial ausgelöst, dass jetzt - nur etwa zwei Jahrzente nach ihrer Erstausstrahlung und 99 Soaps, Reality Soaps, Gerichts- und Talk-Shows, Casting-Shows etc.pp. später - die eine Hälfte der Bevölkerung ernsthaft (und mit berechtigten Erfolgschancen) daran glaubt, ins Fernsehen zu kommen, während die andere Hälfte hartnäckig vermutet, dass das Fernsehen zu ihnen kommt und das Haus, die Karre, das Leben oder whatever pimpt. Das ist ja deren Problem, könnte man meinen, jedoch treffe ich neulich – und ich war mir sicher, mich in der realen Welt zu befinden – 22 Paris Hiltons, 34 Heidi Klums und US 5 meets Revolverheld mal sieben; und das alles an einem Nachmittag. Wie soll das nur werden, wenn erstmal jeder sein portables TV-Handy besitzt bzw. das Fernsehprogramm per Knopfdruck interaktiv mitgestalten kann? Ich weiss es nicht.