Schluss mit lustich

Toleranz ist ja grundsätzlich ‘ne tolle und wichtige Sache, jedoch gibt es Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen. Weit jenseits dieser Grenzen beginnt für mich die Welt der Ballermann | Apres-Ski | Fetenhits | Hölle-Hölle-Hölle-Partymusik. So manch nettes Zusammensein mit meinen Mitmenschen wurde jäh in einen Alptraum sondergleichen verwandelt, nachdem das erste dieser Machwerke nach allgemeinem Erreichen eines gewissen Alkoholspiegels und dem damit einhergehenden drastischen Absinken der Schamgrenzen in die Lade eines CD-Players wanderte und sich gewaltsam den Weg in mein Hörzentrum bahnte. Die einzige Option, die dann noch bleibt, ist die Flucht - schade um die Party. Natürlich gibt es regelmäßig Einwände wie “aber das ist doch lustig, wenn man was getrunken hat” oder “sonst hör ich ja sowas auch nicht, aber bei so ‘nem Anlass ist das doch OK”. Tja, da kann ich nur erwidern: Nein, verdammt, es ist nicht lustig, egal wieviel ich getrunken habe, sondern zum Kotzen. Das Getränk, das mich so einen Mist ertragen lässt, muss wohl erst noch erfunden werden - ich hab schon viel ausprobiert und weiß, wovon ich rede. Außerdem finde ich es nicht im Geringsten erstrebenswert, meinen über viele Jahre hinweg natürlich gewachsenen Musikgeschmack mit Drogen so zu verbiegen, dass es plötzlich “Klick” macht und ich auf Musik abgehe, die ich im nüchternen Zustand mit grenzdebilen Trotteln assoziiere. Dann bleib ich lieber zuhause und feiere alleine - Prost!

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