Schwester, geben sie ihm Drogen!
Wenn man es (wie ich) gewohnt ist, sich regelmäßig in Situationen zu begeben, welche Extremanforderung mit sich bringen, entwickelt man eine gewisse Abhängigkeit danach, es sich so richtig zu geben; und ich meine konkrete körperliche Auswirkungen. Jetzt könnte man meinen, ich sei so ein Extremsportler oder Ähnliches, aber mitnichten; ich erledige das im psychosozialen Kontext, in der Begegnung mit meinen Mitmenschen, sozusagen auf geistiger Ebene. Und nochmal zur Verdeutlichung, das Körperliche hat (leider) wenig mit Sex (mit weichem S!) zu tun. Es handelt sich dabei um das Dröhnen im Schädel, oder im Idealfall um Ganzkörperbedröhnung.
Sobald ich begriffen hatte, dass manche intersubjektive Begegnung dieses Syndrom in mir iniziiert, bin ich dann auf Vermeidungskurs gegangen, und jetzt kommt der bereits erwähnte Salat. Ich vermisse das Dröhnen.
Substitute sind ja vielleicht ein grundsätzliches Problem (weil immer halbe Sachen), auf alle Fälle braucht man einen langen Atem. Ich hab es dann also mit Rauchen probiert, und das war gut. Dieser Moment, wo das Nikotin in die Kapillaren ballert und die große Schaltzentrale erreicht; ich muss schon sagen, durchaus vergleichbar. Trotzdem auf Dauer auch keine Lösung, weiß man ja.
Jetzt bin ich grad auf löslichem Kaffee, und den kann ich wirklich jedem Raucher empfehlen, der auf der Suche nach dem Dröhnen ist. Meine Tante hat den ein Leben lang getrunken (und nie geraucht) - ach ja, ihre Herz-Kranz-Gefäß-OP sollte ich erwähnen.
Wie auch immer, ich bin gespannt, welche Lulli-Droge als nächstes kommt.