Ende und alles gut

Das ist jetzt wirklich lange her, und ich fühle mich für einen Moment alt. Unsere Eltern hatten für uns dieselbe (damals noch was-hermachende) Sportart gewählt, und so trafen wir uns unverabredet und regelmäßig, aber irgendwie niemals wirklich. Sie muss damals schon hübsch gewesen sein, aber alle haben halt auf ihre Schwester geschielt. Und heute dann geht sie flüchtig grüßend an mir vorbei, bleibt nach kurzem Zögern aber doch stehen, um mir – fast mit Scham - zu erzählen, dass ihr Mann sie nach vielen Jahren Ehe wegen einer anderen verlassen hat, und ich denk sofort, das wird eher sein Problem werden. Seltsam unberührt von fortpflanzungs-biologischen Tendenzen reden wir miteinander - kurz und so gar nicht oberflächlich, und ich kann nicht umhin, zu bemerken, dass ihr jugend-konservierender Körper mir einen Geist zeigt, welcher über die Zeit nur darauf gewartet zu haben scheint, ein Ende zu finden, um endlich anzufangen. Ich glaub, ich hab noch was gesagt wie: „Meistens kriegen Frauen wie du ja dann die ganz scharfen Typen“. Der Rest war jedenfalls nur noch Lachen, und von Schwermut keine Spur mehr. Das mit den Projektionen funktioniert eben auch im Positiven, und diesmal hat´s uns beiden geholfen.

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