Meinungsfreiheit und Abmahnwesen - Update

Aus den Harry Potter-Filmen (die Bücher habe ich zugegebenermaßen nicht gelesen) kenne ich die Figur des Voldemort, dessen Namen man nicht nennen darf, weil befürchtet wird, dass er allein durch die Nennung seines Namens quasi heraufbeschworen wird, und alle fürchten die unsägliche Schreckensherrschaft, die er ausgeübt hat und wieder ausüben könnte.

Was das mit Meinungsfreiheit zu tun hat? Nun ja, auch im Internet gibt es solche Namen. Zugegeben, es gibt einen kleinen Unterschied: Man darf diese Namen schon nennen, aber nur, wenn man nichts Kritisches oder Negatives damit in Verbindung bringt. Wer das trotzdem tut, wird eingeschüchtert, abgemahnt, pleite gemacht und von pfiffigen Anwälten malträtiert. In den Potter-Filmen verliert Voldemort am Ende allerdings immer - im Netz bin ich mir da im Moment nicht so sicher, allerdings scheinen die letzten Abmahn-Aktionen gegen unliebsame Kunden oder Kritiker immer öfters nach hinten loszugehen. Das liegt daran, dass viele Menschen - mich eingeschlossen - ein Problem damit haben, sich vorschreiben zu lassen, was sie sagen dürfen. Die negative PR, die eine solch übereilte Abmahn-Aktion nach sich ziehen kann, scheinen einige Firmen maßlos zu unterschätzen: man macht vielleicht ein oder zwei Leute mundtot, aber hunderte andere schreiben darüber, und irgendwann bekommt das auch die “normale” Presse mit - spätestens dann wünschen sich viele, den Anwalt doch lieber nie angerufen zu haben.

Wir werden sehen, wie es weitergeht. Mehr sicherlich in Kürze.

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